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Die First-Step-Technik

first-step-technikDie First Step Technik ist ein NLP-Hypno-Format, das ein bislang blockiertes Wunschverhalten erleichtert, in dem ein ressourcenreicher, mentaler Zustand über eine bestimmte, meist alltägliche Bewegung geankert und entsprechend wieder ausgelöst werden kann.

Weshalb, wofür? Nun: Schon der Volksmund glaubt zu wissen -
Der erste Schritt fällt stets am schwersten.

Und wenn wir diesen Spruch anhand eigener Erfahrungen aus der Vergangenheit prüfen, scheint er sich in vielen Fällen tatsächlich zu bewahrheiten. Vielleicht kennen Sie ja eine der folgenden Situationen?

  • Sie planen ein neues Projekt und haben tausend Ideen im Kopf. Je mehr Ideen auftauchen, desto mehr verzetteln Sie sich – bis es schließlich an der Motivation fehlt, überhaupt in die Gänge zu kommen. Das Projekt findet weder Anfang noch Ende ...
  • Sie sehen auf der Straße einen netten Mann / eine nette Frau, die Sie gerne kennenlernen würden. Sie würden gerne den ersten Schritt machen, doch da schaltet sich auch schon die innere Stimme ein: Was, wenn du einen Korb bekommst? Was, wenn er / sie schon vergeben ist? Und so weiter, und so fort – Sie grübeln, bis die Chance vorbei ist.
  • Die Küche sieht schlimmer aus als jedes Schlachtfeld. Sie nehmen sich vor, jetzt eine halbe Stunde beiseite zu räumen und klar Schiff zu machen. Doch da kommt gerade so ein spannender Beitrag im Rundfunk, dann könnte man ja auch  noch die Blumen gießen – und schließlich steht ein wichtiger Termin vor der Tür, so dass Sie schlagartig Ihr Zuhause verlassen müssen, während die Küche gleich schlimm aussieht wie vorher.

Kommt ihnen etwas davon bekannt vor? Unser Privatleben sollte unzählige Beispiele dafür bieten, wie schwer so ein erster Schritt doch fallen kann. Und wenn wir unseren Referenzrahmen dann auf Freunde, auf Familie, auf Kollegen und vielleicht auch auf Klienten erweitern, dürfte sich eine Fülle an geeigneten Beispielen einstellen.

Es gibt also viele Punkte in unserer Lebenshistorie, wo wir ein wenig Schützenhilfe gut gebrauchen könnten, um den ersten Schritt zu wagen. Und auch hier hat der Volksmund wieder einen (vermeintlich guten) Rat am Start:

Du musst einfach ins kalte Wasser springen!

Prinzipiell goldrichtig. Aber: Leichter gesagt denn getan ... Denn woher will ich wissen, dass sich der Sprung ins Wasser auch lohnt? Wie er sich anfühlt? Ob ich im Wasser tatsächlich schwimmen kann und nicht etwa erfriere? So ist es nun mal mit gut gemeinten Ratschlägen: Sie klingen gut und wirken wenig. Denn, mal Hand aufs Herz: Wie viele Raucher werden plötzlich Nichtraucher, wenn man ihnen sagt, „du musst einfach damit aufhören“ ... ?

Viele Chancen im Leben verpassen wir schlicht und ergreifen deshalb, da uns die nötige Motivation, der Mut oder das gute Gefühl fehlt, den ersten Schritt zu tun. Schade, ... aber nicht unabänderbar!

Hier kommt die First Step Technik ins Spiel. Durch eine recht einfach durchzuführende Intervention, die der Coach gemeinsam mit dem Klienten durchführt, bekommt bislang blockiertes Verhalten eine völlig neue Leichtigkeit. Schweres kann plötzlich federleicht werden, Unmögliches wird machbar. Dazu werden Techniken aus dem NLP und der Hypnose zu einer problemlos reproduzierbaren Strategie kombiniert. Doch zuerst einmal ein kleiner Ausflug zu den Wurzeln der Technik ...

Was wir von Straßenkämpfern lernen können

England ist ein raues Pflaster - und europaweit mit an der Speerspitze der Statistik für gewaltsame Übergriffe. So findet im Schnitt alle acht Minuten eine Straftat mit einem Messer als Waffe statt, Tendenz: Steigend.

Der gebürtige Londoner Geoff Thompson kann ein Lied davon singen. In den achtziger Jahren begann der gelernte Maschinenschlosser damit, sich ein Zubrot als Türsteher in diversen Pubs zu verdienen. Schnell musste er bemerken, dass ihm sein jahrelanges Kampfsport-Training wenig bis gar nichts nützt, wenn er sich in einer Konfrontation mit einem mit allen Wassern gewaschenen Straßenschläger befindet. Was Thompson an kampf-technischer Finesse und Trainingsraumwissen zu bieten hatte, machten seine Opponenten mit unfairen Angriffen aus dem Hinterhalt oder Überrumpelungstaktiken mehr als Wett.

Eine harte Schule folgte, die Thompson nicht nur unzählige Blessuren bescherte, sondern letzten Endes auch die Fähigkeit einbrachte, an der Tür quasi unbesiegbar zu werden. Dieses gesammelte Wissen hat Thompson in einigen sehr bewegend geschriebenen Büchern dokumentiert, die in England zu wahren Bestsellern wurden, so dass der Brite heute nur noch als Selbstverteidigungstrainer und Motivationstrainer arbeitet.

Zwei Erkenntnisse, die Thompson gewann:

  1. Manche Konfrontationen werden unausweichlich in physische Gewalt eskalieren. Manch ein Angreifer hat sich schon längst (und unabrückbar) für Gewalt entschlossen, selbst dann, wenn er noch durch Worte provozieren will.  Ganz gleich, welche Reaktion man bietet: Manchmal ist die gewaltsame, physische Konfrontation unausweichlich – selbst dann, wenn man noch darauf hofft, den Angreifer in ein Gespräch zu verwickeln, um sich irgendwie aus der Konfrontation herausreden zu können.
  2. Der, der den ersten Schlag macht, gewinnt in aller Regel auch den Kampf. Einfach und klar. Und dennoch die größte Herausforderung in der Praxis ...

Geoff Thompson verbringt in seinen Trainings viel Zeit damit, seine Teilnehmer darin zu schulen zu erkennen, ab wann eine Konfrontation unausweichlich wird. Noch viel mehr Zeit muss er allerdings damit verbringen zu unterrichten, den ersten Schlag zu machen. Jahrelang hat er seine Teilnehmer an Boxsäcken und im Sparring darauf getrimmt, diesen – im äußersten Notfall – zu wagen. Mit dem enttäuschenden Ergebnis, dass sich im echten Krisenfall  aber doch immer wieder die innere Stimme einschaltet: „Wenn du jetzt zuschlägst, gibt es keinen Weg zurück ... und wer weiß, vielleicht kann ich den anderen doch noch überreden, mich in Ruhe zu lassen?“ Und: Schon war es zu spät ... Denn trotz allen besseren Wissens haben seine Schüler sich im Ernstfall dann doch wieder überrumpeln lassen. Bis Thompson seine Trainingsmethode minimal abänderte ...

Anstatt im Training auf Zuruf den Sandsack (oder den Sparringpartner) zu schlagen, haben die Teilnehmer eine Art „Triggersatz“ gelernt. Irgendeine situativ angemessene Formulieren, wie etwa:

„Es tut mir sehr leid, ich möchte wirklich keinen Ärger mit Ihnen und würde Sie gerne darum ...“
BAMM! Anstatt den Satz zu Ende zu sprechen, setzt es den ersten Schlag!

Die Teilnehmer der Selbstverteidigungs-Kurse haben sich fortan alle einen Satz gesucht und den ersten Schlag mit irgend einem Wort – in der Mitte des Satzes – verbunden. Und sich wieder und wieder darauf getrimmt, beim Aussprechen des „Codesworts“ den ersten Schlag zu tun.

So haben sie nicht nur ihre eigene Physiologie darauf getrimmt, beim Aussprechen des Satzes bereits in Höchstleistung zu gehen; sondern auch noch den Angreifer abgelenkt und verwirrt und damit die eigenen Chancen, unbeschadet aus der Situation gehen zu können, drastisch erhöht.

Ergebnis in der Praxis? Nun – anstatt sich in einer Konfliktsituation, in der physische Gewalt unausweichlich scheint (und in der nur der letzten Endes eine reelle Chance hat, der den ersten Schlag wagt ...) völlig blockiert zu sein, konnten die Teilnehmer nun „ihren“ Satz sprechen – und mühelos auf das Triggerwort hin eskalieren. Die Ergebnisse und der Unterschied zum „nicht-getriggerten“ Eskalieren hin waren beeindruckend – und haben dazu geführt, dass die Methode mittlerweile Standard in guten Selbstverteidungstrainings in England geworden ist.

Der Point of no Return

Der „Punkt, ab dem an keine Rückkehr möglich ist“ – eine gängige Formulierung, die u.a. in der Schiffsfahrt gebräuchlich ist und mit dem die geographische Position bezeichnet wird, ab der eine Umkehr (z.B. um Wasser oder Lebensmittel zu besorgen) eine weitere Wegstrecke bedeuten würde, als bis zum auserkorenen Ziel zu reisen.

Der Kampfsport-Trainer Geoff Thompson hat den „Point of no Return“ bewusst in seinen Trainings genutzt. Der Triggersatz durfte  immer nur dann ausgesprochen werden, wenn man auch – auf das Codewort hin – einen Schlag folgen ließ. Sprich: Es soll nahezu unvorstellbar werden, den Satz auszusprechen ohne auch die geankerte Reaktion folgen zu lassen. Das wurde im Training wieder und wieder geübt: Sobald man angefangen hat, den Satz zu sprechen, musste er auch bis zum Schlag hin weiter gesprochen werden – keine Art von innerer wie äußerer Ablenkung durfte dazu führen, dass abgebrochen (oder der Satz einfach normal zu Ende gesprochen) wird.

Den „Punkt ohne Wiederkehr“ gibt’s allerdings auch in vielen anderen Bereichen – wie z.B. in Streitgesprächen, und zwar dann, wenn etwas gesagt wurde, was unweigerlich zu einer Änderung im System führt und auch nicht mehr zurückgenommen werden kann.

Die First-Step-Technik

Basierend auf den vorangegangen Überlegungen lässt sich nun eine Technik kreieren, die den ersten Schritt – fast gleich, in welchem Bereich – deutlich vereinfacht.

Dazu wird zuallererst das erwünschte, aber blockierte, Verhalten identifiziert: Was würde man gerne machen?

Anschließend wird ein Verhalten gesucht, das leicht fällt und vielleicht sogar einen gewissen Alltagscharakter hat. Der tatsächlich physisch durchgeführte, erste Schritt bietet sich hier geradezu an.

Anschließend wird rein ressourcenreicher Zustand an den „ersten Schritt“ geankert, wie z.B. mittels der Circle of Excellence Technik.

Im Anschluss wird der komplette Ablauf – vom negativen, ressourcenschwachen Zustand, über den ersten Schritt im Verbindung mit dem Ressourcenzuwachs, bis hin zum gewünschten Zielverhalten, entweder in vivo oder erst in vivo und dann übergeleitet in senso, schließlich nur noch in senso, eingeübt und verfestigt.

Die First Step Technik – Schritt für Schritt

  1. Kurze Erklärung und Vorstellung der Technik
    Kurze Erklärung anhand des Kampfsportbeispiels, wie schwer der erste Schritt manchmal fallen kann – und wie wir unsere eigenen Blockaden und Hemmungen überlisten können, in dem wir uns entsprechend konditionieren / ankern.
     
  2. Identifizierung erwünschtes Verhalten (Zielzustand) und Ist-Zustand
    1. Was würde der Klient gerne anders machen? Beispiele: Müll runterbringen, Steuer erledigen, fremde Person ansprechen, usw.
    2. Was hält den Klienten bislang davon ab? Negativen Zustand hervorrufen, beschreiben lassen und ankern – z.B. über Druck mit den flachen Händen von außen auf die Oberarme (Gefühl der Einengung)

  3. Suche nach zweitem Verhalten, das leicht fällt
    Optimalerweise: Physisch den ersten Schritt machen ( – und dann einfach weitergehen ...).

  4. Ressourcen generieren / entfalten
    Hier bietet sich die Circle of Excellence Technik an: Welche positiven Ressourcen (wie z.B. Gefühlszustände) helfen unserem Klienten dabei, sein Ziel zu erreichen? Klient stellt sich einen vor sich liegenden Farbkreis vor, in den er all diese Ressourcen mental hineinpackt.  Ressourcen werden geankert, in dem der Klient einige Male in den Kreis hineinsteigt („fühle nun diese Ressourcen!“) und wieder zurück hinaussteigt.

    Zusätzlich kann ein Bioanker, wie z.B. ein tiefer Atemzug, zur Verstärkung genutzt werden.

  5. Ablauf in vivo / in senso
    Der Klient beginnt wieder beim Ausgangpunkt und versetzt sich mental in die (ressourcenschwache) Ausgangslage. Der Coach kann hier auch den Anker nutzen (beide Hände von hinten an den Oberarmen des Klienten). Nun kann der Klient sein Ziel am anderen Ende des Raumes visualieren – macht dann den ersten Schritt (und löst dadurch die Enge / den Druck auf die Oberarme durch den Coach auf, durchbricht also quasi den negativen Anker selbst) – hinein in den Ressourcenkreis – nimmt die Ressourcen mit und geht weiter. Irgendwann schließt der Klient seine Augen und stellt sich nun nur noch im Gedanken vor, wie er sein Ziel erreicht.
     
  6. Ablauf nur noch in senso
    Vom Ausgangspunkt an stellt der Klient sich nun den kompletten Ablauf nur noch im Gedanken – und evtl. bei geschlossenen Augen vor.

    Schritte 5 & 6 werden durch den Coach mittels hypnotischer Sprache unterstützend begleitet („Gehe nun in deinen Kraftkreis, und ein tiefer Atemzug hilft dir dabei, eine geradezu explosive Power und Energie zu entfalten ...“ etc.)

  7. Ökocheck
    Feedback-Gespräch: Wie sehr hat die Technik dem Klienten geholfen? Wie gut kann er / sie sich vorstellen, die Technik der ersten Schritts in den Alltag zu integrieren?