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Ich weiß, was du letzten Freitag getan hast

203477_220713204615205_1274324_nAm Montag um 20:15 Uhr feierte auf dem Fernsehsender RTL II die Hypnoseshow "Ich weiß, was du letzten Freitag getan hast" Premiere. Eine Teilnehmerin wird einen ganzen Tag lang hypnotisiert und dann in allerlei bizarre Situationen gebracht. So stellte sich die Teilnehmer der Premierensendung beispielsweise vor, sie wäre beim Münchner Sternekoch Alfons Schubeck, obwohl sie sich in einer Currywurstbude befand. Die Currywurst zerlegte sie dann fachgerecht so, als ob es ein echter Hummer wäre - sehr zum Amusement der Zuschauer. In der anschließenden Show werden ihr die Aufnahmen zum ersten Mal präsentiert, denn nach der Hypnose konnte sie sich an nichts mehr erinnern.

Soweit das Showkonzept in Kürze. Seither tauchen immer wieder zwei Fragen auf: Ist die Sendung gefaked, oder handelt es sich um "echte" Hypnose? Und: Sind solche Sendungen ethisch vertretbar, oder schaden sie gar der seriösen, therapeutischen Hypnose?

Hypnose: Echt - oder alles nur Show?

Die Frage, ob es sich bei der Sendung um gefakte Situationen handelt, kann aus Expertensicht verneint werden. Es handelt sich garantiert nicht um Schauspieler, die alles nur bewusst vorspielen, sondern tatsächlich um ganz normale Menschen, die allerdings im Vorfeld gecasted und auf ihre Fähigkeit getestet wurden, in Hypnose zu gehen und auf Suggestionen zu reagieren. Sprich: Die Teilnehmer der Sendung haben schon vor Drehbeginn ihre Fähigkeit demonstriert, besonders gut auf die Interventionen des Hypnotiseurs anzusprechen.

Bei der Showhypnose kommt zwar in der Regel immer echte Hypnose zum Einsatz, die erzielten Effekte beruhen jedoch meist auf anderen Prinzipien. Der britische Hypnotiseur Paul McKenna (früher so ziemlich der erfolgreichste Showhypnotiseur weltweit ...), hat es recht schön auf den Punkt gebracht: "Hypnose entspannt die Teilnehmer einer Show und nimmt ihnen die Hemmungen, die sie vielleicht noch davon abhalten, ihr schauspielerisches Talent frei auf einer Bühne vor Pulbikum zu entfalten".

Sprich: Showhypnose enthält zwar echte Hypnose, die erzielten Bühneneffekte beruhen oftmals auf einem "Mitmacheffekt". Es ist leichter, vor laufender Kamera die Suggestionen des Hypnotiseurs umzusetzen, als z.B. die Augen zu öffnen und zugeben zu müssen, dass es "bei einem nicht funktioniert".

Ich weiß, was du letzten Freitag getan hast: Pro und Contra

Im Zuge der Ausstrahlung der Fernsehsendung gab es zahlreiche Pro und Contra Diskussionen um die ethische und moralische Vertretbarkeit der Sendung.

Die Gegner von Hypnoseshows führen auf:

  • Showhypnose erweckt ein falsches Bild von der Hypnose
  • Showhypnose erniedrigt und demütigt die Teilnehmer

Auf der Pro-Seite wird unter anderem folgendes Argument aufgeführt:

  • Showhypnose macht Hypnose oftmals erst richtig interessant - ohne sie wüssten die wenigsten Menschen davon, und die therapeutisch tätigen Hypnotiseure hätten deutlich weniger Arbeit

Wir wollten wissen, wie das Fernsehpublikum reagiert hat. Fernab aller theoretischer Überlegungen haben wir gestern einfach mal mit Zuschauern der Sendung gesprochen, die vorher noch nicht intensiver mit Hypnose in Berührung kamen. Die meisten unserer Gesprächspartner fanden die Sendung lustig, wenn auch ein wenig "unheimlich", mystisch, unerklärlich. Die Frage, ob sie denn selbst eine Hypnose in Anspruch nehmen würden, haben sie bejaht. Insgesamt war die Resonanz sehr gut - Angst vor der Hypnose hat keiner bekommen.

Nun entsprechen zwei handvoll Gesprächspartner zugegebenermaßen keiner repräsentativen Umfrage. Nichts desto trotz bleibt die Erkenntnis, dass die oftmals verteufelte Showhypnose nicht zwangsläufig schlecht oder böse sein muss. Sehr viel hängt hier vom Hypnotiseur und seinem Auftreten ab. In der Sendung "Ich weiß, was du letzten Freitag getan hast" hypnotisiert der niederländische Hypnotiseur Jos Claus (http://www.josclaus.de/), der die Sendung durchaus sehr sympathisch gestaltet.