Jetzt kostenfrei informieren:
Bundesweite Experten-Hotline

   0800-800 00 40

10 Fragen, die vor jede Hypnose-Sitzung passen!

Die Kunst des Fragens in der Hypnose

Der erste Eindruck ist meist der, der bleibt! Ergo ist es wichtig, gerade zu Beginn der Arbeit mit einem neuen Klienten darauf zu achten, die richtigen Dinge zu sagen - aber auch, die richtigen Dinge zu fragen. Sie kennen bestimmt den Spruch: Wer fragt, der führt. Und auch, wenn dieser schon ein wenig abgedroschen klingen mag, steckt sehr viel Wahrheit in ihm. 

Natürlich geht es nicht darum, auf Teufel komm raus zu führen, oder durch geschickte Fragetechniken irgendeine vermeintliche Dominanzposition aufzubauen. Gute Hypnose geschieht auf Augenhöhe, da wäre Alpha-Rangelei völlig fehl am Platz. Nichts desto trotz entfalten gut gestellte Fragen eine Wirkung auf vielfältigen Ebenen:

Drei Vorteile von gut gestellten Fragen.

  • sie schenken Sicherheit
    Wer Fragen stellt, hat auch den Mut, sich die Antworten anzuhören. Unsichere Menschen reden viel, stellen aber nur wenig Fragen - wenn überhaupt. Wer Fragen stellt, zeigt, dass er Ahnung hat, wovon er spricht - weil er den Dialog nicht fürchtet und sein Gegenüber nicht über den Haufen reden muss, sondern die Bühne für offenen und gleichberechtigten Dialog eröffnet.

  • sie sorgen für Vertrauen
    Angenommen, Sie hätten einen wichtigen Arzttermin: Welchem der beiden Ärzte würden Sie mehr Vertrauen schenken:

    a) der, der Ihnen viel erzählt, aber wenige bis gar keine Fragen stellt, sondern überwiegend monologisiert?
    b) der, der Ihnen präzise Informationen bietet, aber immer wieder über Rückfragen sicherstellt, auch auf dem richtigen Dampfer zu sein?

    Keine schwere Frage, wenn wir ehrlich sind. Und genauso ist es in der Hypnose-Sitzung: Gut durchdachte Fragen schenken Ihrem Klienten das Vertrauen, bei einem echten Experten gelandet zu sein - jemand, der nicht nur erzählt, sondern auch zuhören kann.

  • sie schaffen Klarheit
    Wo gehobelt wird, da fallen Späne - und dort, wo kommuniziert wird, kommt es zwangsläufig zu Missverständnissen. Manchmal hören wir etwas ganz anderes als das, was unser Gegenüber eigentlich gesagt (oder zumindest) gemeint hat. Hier wieder auf eine gemeinsame Linie zu kommen erfordert Fragen - und die Eigenschaft, bei den Antworten auch gut zuhören zu können. "Wie genau haben Sie das gemeint?" wäre eine Möglichkeit, für Klarifikation zu sorgen. "Ich bin mir nicht sicher, ob ich Sie nun richtig verstanden habe, und würde das eben von Ihnen gesagte gerne noch einmal in eigenen Worten wiederholen" eine andere Möglichkeit.

    Außerdem: Jeder Mensch ist anders, jede Klientin ein Unikat. Sie hat es verdient, gehört zu werden - aufrichtig, aufmerksam und vor allen Dingen mit authentischem Interesse an dem, was sie zu erzählen hat.

Der erste Eindruck entscheidet - auch in der Hypnosesitzung.

Optimalerweise wartet man nicht erst bis zum Schluss der Sitzung, bis man Fragen stellt - sondern setzt diese gleich zu Beginn wohldosiert ein. Vielleicht nicht gleich als Allererstes: Kein Klient möchte sich überfallen fühlen, sondern erst einmal ankommen dürfen (wobei auch hier selbstverständlich Fragen möglich sind, wie etwa: Gut hergekommen?). In den ersten Sitzungsminuten sollten auf jeden Fall allerdings bereits Fragen gestellt werden, um der Sitzung die richtige Ausrichtung zu verleihen und um einen Dialog zu ermöglichen. 

Wichtig: Der erste Eindruck ist nicht nur für den weiteren Verlauf entscheidend - sondern ist in aller Regel auch nicht korrigierbar. Wenn Sie hier punkten, profitiert die gesamte weitere Zusammenarbeit davon. Wenn Sie sich hier grobe Patzer erlauben, lassen sich die häufig nicht mehr ausmerzen. Deshalb ist es immens wichtig, gut darauf zu achten, wie man den Auftakt einer Hypnosesitzung gestaltet. Hier zehn verschiedene Fragen dazu, die Sie - je nach Auftrag und Kontext der Sitzung - stellen können. Einige davon werden sich fast immer eignen, manche werden nur in einem spezifischen Kontext angebracht sein. Es gilt: Fragen sollten nicht des Fragens wegen gestellt werden, sondern weil sie Sinn machen und für die Sitzung förderlich und nützlich sind. Welche Fragen Sie wann anbringen, entscheiden Sie als Hypnose-Experte selbstverständlich immer selbst und ausschließlich am Einzelfall.

Zehn Fragen für den Auftakt der Hypnose Sitzung.

  1. Was kann ich für Sie tun?
    So unscheinbar wie diese Frage daherkommt, soviel Kraft steckt dahinter. Denn Sie fragen damit nicht nur, welche Veränderung sich der Klient wünscht - sondern insbesondere auch, wie er Ihre Rolle in dem Prozess sieht. So lässt sich frühzeitig aufdecken, ob der Klient bereit ist, eigenverantwortlich am Prozess mitzuarbeiten, oder ob er eigentlich Problemdelegation betreiben möchte und wünscht, dass Sie sein Problem für ihn lösen. Schwerpunkt liegt also sowohl auf dem was (hier geht es um den konkreten Veränderungswunsch des Klienten), als auch darauf, was SIE dazu beitragen können. 

  2. Angenommen, die heutige Sitzung würde für Sie genau das bewirken, was Sie sich wünschen. Woran würden Sie dies erkennen?
    Die Wunderfrage nach Steve de Shazer - in leicht abgewandelter Form. Hier wird der Klient auf die Zielerreichung fokussiert, und reflektiert innere und äußere Indikatoren, woran die erfolgreiche Veränderung erkannt werden kann.
    Wenn Sie die Wunderfrage noch nicht kennen, können Sie sich gerne einmal folgendes Video dazu anschauen:



  3. Aufgeregt ... ??
    Mal Hand aufs Herz: (Fast) KEIN Klient ist nicht aufgeregt, wenn er das erste Mal eine Hypnosesitzung in Anspruch nimmt. Die Frage sollte auf eine besänftigende Art und Weise und mit einem Lächeln auf den Lippen gestellt werden. Sie hören, welche Ängste und Befürchtungen Ihr Klient mit in die Sitzung bringt. Befürchtet sie, dass die Hypnose nicht funktioniert? Etwas mit ihr macht, was sie eigentlich gar nicht will? Sind möglicherweise von der Showhypnose geprägte Ängste mit im Spiel? Wenn Sie gleich zu Beginn der Sitzung dafür sorgen, dass diese Ängste zerstreut werden, bleibt viel mehr Platz und Energie für die konstruktive Zusammenarbeit.

  4. Wie sehr wünschen Sie sich die Veränderung?
    Möglicher Zusatz: Auf einer Skala von 0 bis 10, wo 0 für überhaupt nicht steht, und 10 für - ich würde alles menschenerdenkliche dafür tun! 
    Mit dieser Frage bekommen Sie ein gutes Gefühl dafür, wie eigenmotiviert Ihr Klient in die Sitzung geht. Und vermeiden, dass schlimmstenfalls jemand anders die Veränderung wünscht, und der Klient lediglich "geschickt" wurde. Außerdem nehmen Sie Ihr Gegenüber ein Stück weit in die Pflicht: Hypnosetherapie besteht nicht aus "mal kurz eingeschläfert, umprogrammiert und wieder aufgeweckt" werden, sondern stellt immer einen kooperativen therapeutischen Prozess dar, in dem beide Parteien gemeinsam an einem Strang ziehen. 

  5. Was würde geschehen, wenn Sie Ihr Ziel hier und heute nicht erreichen?
    Klingt erst einmal kontraproduktiv, ist aber das exakte Gegenteil! Diese Frage deckt auf, ob Ihr Klient das große Wunder in einer einzigen Sitzung wünscht, oder bereit wäre, auch weiterhin an seinem individuellen Erfolg zu arbeiten. Das kann in weiteren Sitzungen geschehen, kann aber auch durchaus aus therapeutischen Hausaufgaben bestehen - wie etwa der regelmäßigen Ausübung der Selbsthypnose. Außerdem: Ein guter Coach oder Therapeut hat niemals Angst vor negativem Feedback! Hypnose ist ein grandioses Werkzeug, aber eben keine Magie - manchmal benötigen Klienten einfach etwas länger, um ihr Ziel zu erreichen. Hierfür dürfen wir niemals Ohren und Augen verschließen, sondern müssen auch dann weiterführende Lösungen anbieten können, wenn sich kein Soforterfolg einstellt.

  6. Auf was freuen Sie sich nach der Sitzung am meisten?
    Diese Frage sorgt für Zielorientierung - wegen vom Defizit und Symptom, hin zu Ressourcen und zur positiven Veränderung. Außerdem wird der Klient zu einer Art inneren Zeitreise eingeladen und darf im Vorfeld schon einmal innerlich imaginieren, wie er die erfolgreiche Veränderung für sich erleben wird.

  7. Was denken Sie, was hier heute  geschehen wird?
    Nicht jeder Klient hat sich vor einer Sitzung ausreichend darüber informiert, wie Hypnotherapie funktioniert und was von einer Sitzung zu erwarten ist. Vielleicht denkt er, er würde gleich in Tiefschlaf versetzt und umprogrammiert werden? Weiß er, welchen Wert das therapeutisch geführte Gespräch vorneweg - der kognitive Wirkdialog - hat? Wie stellt er sich die Trance vor? Welche Erwartungen und Wünsche bringt er mit, welche Ängste und Befürchtungen bestehen möglicherweise noch?

    Anstatt lang und breit zu monologisieren und dem Klienten den Sitzungsablauf zu beschreiben, können Sie den Spieß  einfach umdrehen und sich von Ihrem Klienten beschreiben lassen, wie er sich den Verlauf der Hypnose vorstellt. In aller Regel ist dieser Weg um ein vielfaches effektiver und produktiver als wenn Sie einfach das eigene Vorgehen im Monolog  beschreiben würden.

  8. Was ist Ihre größte Angst?
    Diese Frage muss gar nicht weiter eingegrenzt werden - hören Sie sich einfach an, welche Angst Ihr Klient (möglicherweise) mit in die Sitzung bringt. Die Antwort kann manchmal erstaunlich sein, und führt in so manchem Fall zu einer völlig neuen Zielsetzung. Damit wird es aber nicht nur beim Negativen belassen, kann die gleiche Frage optimalerweise gleich darauf auch in positiver Form gestellt werden: 

  9. Was ist Ihre größte Hoffnung?
    Welche Hoffnung bringt Ihr Klient mit in die Sitzung? Neben dem eigentlichen Arbeitsthema: Welche Lebensbereiche dürfen sich noch zum positiven hin wandeln? Geben Sie dem Klienten die Bühne, die er braucht, um seine Hoffnungen und seine Träume ganz klar auszusprechen. Oftmals lassen sich die hier gewonnenen Informationen perfekt für die spätere Trancearbeit utilisieren.

  10. Angenommen, Sie verlassen meine Praxis heute mit einem unbeschreiblich schönen Gefühl - das sich vielleicht sofort und ganz stark zeigt, oder über die kommenden Tage mehr und mehr einschleicht. Was würden Sie mit dieser neugewonnenen Zuversicht anfangen?
    Eine wunderschöne Suggestivfrage! Denn wichtiger als die Antwort ist die eingebettete Suggestion, dass der Klient ein tolles Gefühl und frischgewonnene Zuversicht aus der Sitzung mitnehmen wird. Zudem finden Sie in der Frage einen Double Bind: Entweder wird sich das gute Gefühl sofort einstellen, oder in den kommenden Tagen immer stärker  spür- sowie erlebbar werden. So oder so: Der Klient wird sich nach einer großartigen Erfahrung in Ihrer Sitzung gestärkt und mit neuer Zuversicht auf den weiteren Lebensweg machen. 

    Hypnose, die zu einer positiven Veränderung in unserem Denken, Fühlen und Handeln führt, findet nämlich nicht nur in der eigentlichen Hypnose selbst statt - sondern beginnt bereits beim ersten Handschlag zur Begrüßung und setzt sich über das gesamte therapeutische Wirkgespräch fort.

Fragen stellen will gelernt sein!

hypnose fragenGute Fragen zu stellen ist eine Kunst. Denn selbstverständlich geht es nicht nur darum, irgendwelche auswendig gelernten Sätze runterzuspulen, sondern auch um eine authentisch-kongruente Haltung dabei: Gestik, Stimme und Blick müssen die Aussage der Frage unterstreichen. Vor allen Dingen müssen Sie aber auch gut zuhören können, was weit mehr ist, als nur die Ohren aufzusperren. Aktives Zuhören geschieht über Präsenz, (Körper-)Haltung und die eigene Achtsamkeit. 

Zu guter Letzt: Fragen sollten niemals nur des Fragen wegens gestellt werden. Ein aufrichtiges, ernsthaftes Interesse an unserem Klienten, seinen Veränderungswünschen, aber auch Ängsten und Sorgen, ist für den therapeutischen Erfolg der Sitzung unabdingbar.

Deshalb sollten Sie das stellen von Fragen üben, wann immer Sie Gelegenheit dazu haben. Am besten immer und überall. Einfaches Beispiel gefällig? Wenn Sie im Restaurant gefragt werden, was Sie gerne essen möchten, können Sie mit einer ganz einfachen Rückfrage parieren, anstatt einfach drauflos zu bestellen: "Was würden Sie mir denn empfehlen?". Irgendwann schwindet die Scheu vor dem Stellen von Fragen, und es wird zum praktischen Automatismus.

Im Alltag gibt es schier unendlich viele Möglichkeiten, Fragen anzubringen und die eigene Fähigkeit, Fragen zu stellen, zu schulen. Als Hypnose-Profi haben Sie hier die tolle Möglichkeit, eine der wichtigsten Ressourcen eines jeden Hypnotiseurs zu trainieren. Eine Möglichkeit, die man nicht verschenken, sondern nutzen sollte!