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Eingebettete Befehle in der hypnotischen Sprache

eingebettetebefehleUnter eingebetteten Befehlen (Englisch: "embedded commands") versteht man sowohl in der Hypnotherapie als auch im neurolinguistischen Programmieren Vorschläge, die dem Unterbewusstsein auf eine Art und Weise dargeboten werden, die eine bewusste Intervention seitens des Empfängers verhindern. Dies kann zum Beispiel dann sehr nützlich sein, wenn der angebotene Vorschlag zwar vom Klienten erwünscht ist, vom Bewusstsein aufgrund negativer Referenzerlebnisse in der Vergangenheit jedoch gewohnheitsgemäß abgelehnt werden würde.

Als Beispiel sei ein Klient genannt, der zu übermäßigem, negativen Grübeln neigt. Die einfache Botschaft "Ab heute an bist du optimistisch!" würde bewusst aller Wahrscheinlichkeit abgewehrt und abgewertet werden, da zu viele Gegenbeispiele aus der Vergangenheit gegen eine Plausiblität der Suggestion sprechen. Dargereicht als eingebetteter Befehl würde die gleiche Suggestion jedoch nun so klingen:

"Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt ... wie es wohl wäre, wenn Sie eines Morgens aufwachen würden und zu sich selbst sagen könnten: Ab heute fühlst dich vollkommen wohl, gelassen und optimistisch!"

Aufgrund des intensiven Einsatzes der hypnotischen Sprache ist eine Abwehr oder Abwertung hier kaum noch möglich. Schließlich beginnt der Satz mit einer Fragestellung ("Vielleicht ..." - vielleicht aber auch nicht), und endet zwar mit deiner direktiven Suggestion, die aber wiederum in den Kontext eines anderen Satzes eingebettet wurde.

Als Stilmethode kommt hier das analoge Markieren zum Einsatz: Der eingebettete Befehl wird durch eine besondere Betonung oder Wirkpause kurz davor besonders hervorgehoben.

Für Milton H. Erickson, amerikanischer Hypnotherapeut und einer der Hauptinspiratoren des neurolinguistischen Programmierens, waren die eingebetteten Befehle eines seiner Markenzeichen. Jedoch findet man einer Verwendung hauptsächlich im englischen Sprachraum, da die englische Sprache viel elegantere Möglichkeiten für die embedded commands bietet. Ein Beispiel:

"And I don't know whether you know ... how it feels ... to relax right now."
Der eingebette Befehl hier: Relax - right now.

Im Deutschen lässt sich das zwar auch ausdrücken, klingt jedoch holpriger und weitaus weniger elegant. Eine Möglichkeit: "Und ich weiß nicht ... ob Sie wissen ... wie es sich anfühlt ... jetzt ganz tief zu entspannen."
Hier fehlt die Direktheit des Befehls, wie sie in der englischen Sprache möglich ist ("entspann dich ganz tief").

Ein paar weitere Beispiele für eingebettete Befehle:

  • "Möglicherweise war Ihnen noch gar nicht bewusst, wie leicht es ist, zu sich selbst zu sagen: Ab heute an wird alles leichter!"
  • "Genieße diesen Zustand der Ruhe und Entspannung ... während ich ganz genau weiß: Dein Unterbewusstsein hat schon längst damit begonnen, Lösungen für Probleme zu finden und Ressourcen zu entfalten und zu stärken."

Die Verwendung von eingebetteten Befehlen ist mit Vorsicht zu genießen, da im Vorfeld ganz genau abgeklärt werden muss, dass die dargereichten Suggestionen auch mit dem bewussten Wunsch des Klienten korrelieren. Zudem ist die Bezeichnung "eingebetteter Befehl" selbst ein wenig abschreckend und irreführend, da es sich ja eigentlich vielmehr um eine eingebettete Suggestion - also einen Vorschlag - handelt. Nichts desto trotz wird das Wort Befehl genutzt, da es sich im Sprachgebrauch der Hypnotherapeuten und NLPler entsprechend eingebürgert hat.