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Tag 29: Abschied vom Selbst.

philadelphiaDer Film "Die Straßen von Philadelphia" bewegte Anfang der 90er Jahre die Gemüter. Unzertrennbar mit ihm verbunden ist das Meisterwerk von Bruce Springsteen, das zum Hauptsoundtrack des Films wurde.

In dem Blockbuster wurde das Thema AIDS / HIV-Erkrankung zum ersten Mal vor großem Publikum aufbereitet - in einer bewegenden, emotionalen Geschichte, die durch brillantes Drehbuch, authentische Erzählung und sich in die Rolle perfekt hineinfühlende Schauspieler glänzte.

Springsteen lieferte den dazu passenden Soundtrack. Und - ganz im Gegensatz zu der vom "Boss" gewohnten Gesangsstimme - schlug er einen geradezu unheimlichen Ton an, mit der er das Lied mehr erzählend klagte als sang.

Die Straßen von Philadelphia, der Regen, der darauf prasselt - Sinnbild von Zeitlosigkeit, aber auch von sich verloren haben, keinen Fokus mehr brauchen, wollen, bald vom sich selbst Abschied nehmen müssen. Davon, sich selbst beim Sterben zuzusehen.

„Ich bin die Straßen auf und ab gewandert,
bis meine Füße wie aus Blei waren.
Und hörte die Stimmen von Freunden, die längst fort oder tot waren ...
Nachts hörte ich das Blut durch meine Adern rauschen -
Pechschwarz und flüsternd, genauso wie der Regen,
der auf die Straßen von Philadelphia prasselt."

In Verbindung mit dem Video - Gänsehaut pur. Ein Meisterwerk der frühen 90er, das man immer wieder gerne schauen und hören kann. Eine Erinnerung an die Flüchtigkeit und Vergänglichkeit des Seins.


Die deutsche Text-Übersetzung (von magistrix.de), anschließend das englische Original:

Ich war verletzt, wie erschlagen,
war so unten, daß ich mich selbst nicht wiedererkennen konnte.
Mein Spiegelbild im Schaufenster,
aber ich erkannte mein Gesicht nicht mehr.
Mein Bruder,
wirst Du mich jetzt allein lassen,
damit ich irgendwo in Philadelphia auf der Straße eingehe?
Ich bin die Straßen auf und ab getigert,
bis meine Füße zu Stein wurden.
Und ich hörte die Stimmen von Freunden,
die längst weggegangen oder tot waren.
In der Nacht hörte ich das Blut durch meine Adern rasen,
schwarz und flüsternd wie der Regen auf der Straße in Philadelphia.

Es wird kein Engel kommen,
um für mich da zu sein.
Es gibt nur Dich und mich, mein Freund.
Meine Kleider sind mir zu groß geworden,
und ich bin tausend Meilen weit gewandert,
nur, um aus meiner Haut zu kriechen.

Es ist Nacht geworden,
ich bin wach,
und ich kann spüren,
wie ich langsam immer weniger werde,
verschwinde.
Darum, mein Bruder,
nimm mich auf,
küsse mich,
auch wenn Du nicht mehr an mich glaubst.
Oder wir werden uns beide verlassen,
werde beide auf den Straßen von Philadelphia stehen
und allein sein.


Hier der Originaltext:

I was bruised and battered, I couldn't tell what I felt.
I was unrecognizable to myself.
Saw my reflection in a window and didn't know my own face.
Oh brother are you gonna leave me wastin' away
On the streets of Philadelphia.

I walked the avenue, 'til my legs felt like stone,
I heard the voices of friends, vanished and gone,
At night I could hear the blood in my veins,
It was just as black and whispering as the rain,
On the streets of Philadelphia.

Ain't no angel gonna greet me.
It's just you and I my friend.
And my clothes don't fit me no more,
I walked a thousand miles
Just to slip this skin.

Night has fallen, I'm lyin' awake,
I can feel myself fading away,
So receive me brother with your faithless kiss,
Or will we leave each other alone like this
On the streets of Philadelphia.


Gute Musik berührt Seele und Herz gleichermaßen. Sie kann uns zum lachen genauso wie zum weinen bringen. Sie kann motivieren, beruhigen, erheitern, besänftigen, energetisieren oder ausgeglichen machen.

Vor allem aber kann sie uns zum Nachdenken anregen: Und zwar dann, wenn die enthaltene Botschaft einen besonderen Tiefgang enthält.

In den kommenden 30 Tagen präsentieren wir Ihnen jeden Tag einen eigens von uns ausgewählten Song, der in irgend einer Art und Weise immer wieder mit dem Thema Menschsein zu tun hat.

Mit der Tragik des Lebens genauso wie mit der Hoffnung und Leichtigkeit des Seins. Insbesondere interessieren uns dabei natürlich genau die Lieder, die einen gewissen psychologischen Kontext mitbringen und uns zum Nachdenken einladen, uns dabei die Möglichkeit der Selbst- und Fremdreflexion bieten. Lieder eben, die für Coaches und Hypnotiseure genauso wie für die Menschen interessant sind, die sich selbst noch ein wenig besser entdecken wollen. Lassen Sie sich überraschen und genießen Sie einfach die paar Minuten Auszeit mit Hits genauso wie mit weniger bekannten Liedern von heute genauso wie von dazumal.