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Tag 2 - Falsches Spiel mit manipulativer Kommunikation: "Alles hat ein Ende ..."

wurstHeute bleiben wir in den 80er Jahren und bei der deutschen Sprache. Den Volksfestklassiker "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei" hat sicher jeder schon mal gehört - aber haben Sie sich schon mal über den tieferen Sinn des Lieds nachgedacht? Nein? Sie werden überrascht sein!

Stephan Remmler erzählt darin die Geschichte eines fiktiven Protagonisten, der seine Partnerin mit der küchentischpsychologischen Weisheit "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei" vor vollendete Tatsachen stellt und ihr das Aus der Beziehung erklärt. Ziemlich nüchtern, und vor allem ziemlich abgeschmackt - Herz und Reue hört man nicht heraus, sondern da sucht sich jemand einfach eine billige und schnelle Entschuldigung. Statt Verantwortung tragen und die Dinge richtig regeln geht es ihm mehr darum, das möglichst bequeme Hintertürchen zu finden. Dabei arbeitet er mit einem sogenannten Allgemeinplatz: Eine Aussage, die über eine gewisser Universalität verfügt und selbst dann noch gültig scheint, wenn sie im präsentierten Kontext eigentlich völlig unangebracht ist.

Tja - meint er, der gute Herr ... bis er es sich anders überlegt, reumütig zurückkehrt - und dann Karma in seiner vollsten Güteklasse erlebt, als seine ehemals Holde ihm mit selbem Spruch pariert.

Remmler karikiert in seinem Song, wie manche Menschen sich manipulativer Kommunikation bedienen, um sich  das Leben so leicht wie nur möglich zu machen - häufig auf Kosten anderer, die die Zeche dafür zahlen müssen, sich gegen solch perfide Manipulation verbal überhaupt nicht zur Wehr setzen zu können.

Ein wirklich tolles Lied, und: Leider nur allzu schmerzhaft aus dem echten Leben gegriffen. Wie oft hatten Sie schon zu tun mit Menschen, die Ihnen irgendeine "Bullshit Excuse" - also eine Scheinerklärung - vor den Latz geknallt haben, um eigenes Fehlverhalten zu trivialisieren? Sich "Das Leben ist halt hart und ungerecht" anhören müssen, oder - "Es liegt nicht an dir, sondern an mir." Das ist weder gerecht noch gekonnt.

Gute Kommunikation übernimmt Verantwortung. Sucht Lösungen statt Entschuldigungen. Vor allem aber ist gute Kommunikation stets fair und kommt nicht mit psychologischen Allgemeinplätzen, mit den berühmt-berüchtigten Totschlägerargumenten daher.

Jahre später wurde das selbe Thema übrigens nochmal von einem anderen Sänger aufgegriffen ... mehr dazu im weiteren Verlauf der Reihe "30 Tage. 30 Videos."


Der Text zum Song

Krause sieht 'ne schöne Maid
und denkt bei sich jetzt wird es Zeit.
Nach Paarung steht mir nun der Sinn

damit ich nicht mehr Single bin.
Er spricht sie an
er faßt sich Mut

das ist die Ruth
sie küßt so gut.
Und zitternd unter ihrem Kuß
denkt er nicht daran
wie's kommen muß.

So geh'n die Jahre hin ins Land

zwar ist der Krause noch charmant.
Er liebt sie auch
das ist ja klar

doch denkt er dran
wie's früher war.
S'war auch nicht schlecht
so halb allein

nur immer Ruth
das muß micht sein.
Und eh er weiß wie ihm geschieht

singt er das alte Lied. Na was ?

Alles hat ein Ende
nur die Wurst hat zwei.
Jawoll
mein Schatz
es ist vorbei.
doch du mußt nicht traurig sein

du bist ja nicht lang' allein

denn alles hat ein Ende
nur die Wurst hat zwei.
Mein Schatz
es ist vorbei. Ja !

Alles hat ein Ende
nur die Wurst hat zwei.
Jawoll
mein Schatz
es ist vorbei.
doch du mußt nicht traurig sein

du bist ja nicht lang' allein

denn alles hat ein Ende
nur die Wurst hat zwei.
Mein Schatz
es ist vorbei. Ja !

Krause sagt zu seiner Ruth:
Nicht wahr
mein Schatz
uns geht es gut.
Doch nicht mehr lang'
mein schönes Kind

wenn wir noch lang' zusammen sind.
Denn eines merk' dir
sagt er schlau
und schielt schon nach 'ner ander'n Frau.
Das Neue gibt dem Leben Saft
das Neue bringt die Kraft.

Krause weiß es nicht genau
die Ruth ist doch 'ne Klassefrau.
Er denkt an manche schöne Nacht
er weiß nicht
ob er's richtig macht.

Doch seine Ruth ist auch nicht dumm
was Krause jetzt sieht
haut ihn um.
Der neue Mann ist längst schon da
und Krause wird jetzt klar. Na was ?

Alles hat ein Ende
nur die Wurst hat zwei.
Jawoll
mein Schatz
es ist vorbei.
doch du mußt nicht traurig sein
du bist ja nicht lang' allein

denn alles hat ein Ende
nur die Wurst hat zwei.
Mein Schatz
es ist vorbei. Ja !

Alles hat ein Ende
nur die Wurst hat zwei.
Jawoll
mein Schatz
es ist vorbei.
doch du mußt nicht traurig sein

du bist ja nicht lang' allein

denn alles hat ein Ende
nur die Wurst hat zwei.
Mein Schatz
es ist vorbei.

Wenn Krause heut' nach Mädchen schielt
dann ist das nicht mehr wild.
Er weiß ja jetzt
daß da dafür
auch die Weisheit gilt.

Alles hat ein Ende
nur die Wurst hat zwei.
Jawoll
mein Schatz
es ist vorbei.
doch du mußt nicht traurig sein

du bist ja nicht lang' allein

denn alles hat ein Ende
nur die Wurst hat zwei.
Mein Schatz
es ist vorbei."


 

Lust übrigens auf zwei weitere Beispiele, wo die Kommunikation mit Allgemeinplätzen ziemlich unfair unter die Gürtellinie geht? Natürlich nicht, um sie selbst anzuwenden - sondern vielmehr, um sich dagegen zur Wehr setzen zu können. Mal Beispiele aus der Arbeitswelt. 

  1. Chef zum Mitarbeiter: "Haben Sie die Unterlagen bereits erledigt"?
    Mitarbeiter: (geht gar nicht auf die Frage ein und hat die Unterlagen natürlich noch nicht fertig, möchte hierauf aber nicht antworten) "Meinen Sie, Ihre Mitarbeiter sind Roboter und außer Arbeit gibt es kein anderes Leben mehr?"

  2. Mitarbeiter zum Chef: "Kann ich nächste Woche Urlaub haben?"
    Chef zum Mitarbeiter: "Ach, Müller ... die Zeiten sind hart. Ich würde Ihnen persönlich gerne den Urlaub geben, aber unsere Firma kämpft ums Überleben. Finden Sie es da fair, sich irgendwo in der Sonne zu aalen, während Ihre verbliebenen Kollegen im Schweiße ihres Angesichts dann IHRE Arbeit miterledigen müssen?"
    (Eine probate, hypnotische Antwort hierauf wäre übrigens: "Ja, Chef - selbstverständlich liegt mir der Erfolg unseres Unternehmens sehr am Herzen. Und wahrscheinlich haben Sie auch schon von den neuesten Studienergebnissen gehört, die belegen, das erholte Mitarbeiter nicht nur glücklicher sind, sondern auch weitaus effizienter ihre Arbeit verrichten können. Danke, dass Sie mir 'selbstverständlich den Urlaub geben wollen' - muss ich das noch schriftlich einreichen oder genügt es so mündlich?")

Gute Musik berührt Seele und Herz gleichermaßen. Sie kann uns zum lachen genauso wie zum weinen bringen. Sie kann motivieren, beruhigen, erheitern, besänftigen, energetisieren oder ausgeglichen machen.

Vor allem aber kann sie uns zum Nachdenken anregen: Und zwar dann, wenn die enthaltene Botschaft einen besonderen Tiefgang enthält.

In den kommenden 30 Tagen präsentieren wir Ihnen jeden Tag einen eigens von uns ausgewählten Song, der in irgend einer Art und Weise immer wieder mit dem Thema Menschsein zu tun hat.

Mit der Tragik des Lebens genauso wie mit der Hoffnung und Leichtigkeit des Seins. Insbesondere interessieren uns dabei natürlich genau die Lieder, die einen gewissen psychologischen Kontext mitbringen und uns zum Nachdenken einladen, uns dabei die Möglichkeit der Selbst- und Fremdreflexion bieten. Lieder eben, die für Coaches und Hypnotiseure genauso wie für die Menschen interessant sind, die sich selbst noch ein wenig besser entdecken wollen. Lassen Sie sich überraschen und genießen Sie einfach die paar Minuten Auszeit mit Hits genauso wie mit weniger bekannten Liedern von heute genauso wie von dazumal.